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Online Trading mit Optionsscheinen: die Details

Optionsscheine im Detail

Optionsscheine im Detail

Optionsscheine gehören zu den derivativen Handelsinstrumenten. Wer sie kauft, erwirbt nicht einen Anteil an einem Unternehmen (per Aktie), einem Rohstoff oder einer Währung, sondern die Option, diesen Anteil zu einem späteren Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu erwerben, den die Option impliziert. Inzwischen werden Optionen schon sehr lange als eigene Handelsinstrumente betrachtet und auch so eingesetzt, ihren ursprünglichen wirtschaftlichen Sinn haben sie aber nicht verloren.

Man sollte dabei beachten, dass Optionsscheine als Derivate mit einem erhöhten Risiko für Einsteiger am Kapitalmarkt verbunden sind. Unerfahrene Trader und Anleger können das Risiko eines solchen Finanzinstruments oftmals nicht richtig einschätzen. Diese Produkte sollten daher nur von Nutzern gehandelt werden, die sich über die Funktionsweise und Risiken von Optionen im Klaren sind.

Geschichte und ursprüngliche Intention von Optionen

Wahrscheinlich gab es Optionsscheine schon im altägyptischen Handel mit Reis, auch vom europäischen Börsenhandel seit dem Mittelalter sind verbriefte Rechte bekannt, die wir nach unserem heutigen Verständnis als Optionsscheine bezeichnen würden. Ihr Hintergrund erschließt sich durch folgendes Beispiel:

Der Bauer will den Preis seiner Weizenernte für den kommenden Herbst kalkulieren. Sein Abnehmer, der Getreidehändler, möchte das auch. Beide wissen nicht, wie die Ernte wetterbedingt ausfallen wird. Sie einigen sich im Frühjahr (um Kalkulationssicherheit zu erhalten) auf einen bestimmten Preis pro Tonne Weizen.

Der Bauer muss aber befürchten, dass im Herbst die Preise auf dem Weizenmarkt höher ausfallen könnten, er hätte dann an Gewinn eingebüßt. Dagegen versichert er sich mit einer preiswerten Call-Option, die bei steigendem Weizenpreis gewinnt. Der Händler muss befürchten, dass die Weizenpreise fallen, er würde dann zu viel bezahlen. Dagegen versichert er sich mit einer Put-Option, die bei fallenden Preisen gewinnt.

Wann muss eine Option ausgeführt werden?

Beide Kontrahenten üben die Option nur aus, wenn das befürchtete Ereignis eintritt. Ansonsten lassen sie sie wertlos verfallen. Sie war so preiswert, dass das innerhalb der Geschäftskalkulation zugunsten der Preissicherheit zu verschmerzen ist.

Auf ähnliche Weise sichern sich beispielsweise große Industriekonzerne gegen Rohstoffpreis- und Währungsschwankungen ab, da sie auf internationalen Märkten operieren.

Im frühen 20. Jahrhundert entstanden die modernen Optionsscheine, Mitte des Jahrhunderts entwickelten sie sich zu reinen Spekulationsobjekten und neuen Formen. Die klassische Optionsscheinabsicherung nehmen aber Industrie, Landwirtschaft und Handel immer noch vor.

Moderne Optionsscheine im Detail

Im 21. Jahrhundert entstanden eine Vielzahl neuer Optionsscheinarten, darunter:

  • Knock-outs (seit 2003, eine deutsche Erfindung)
  • CFDs (seit 2005, eine britische Erfindung)
  • Binäre Optionen (seit 2008, eine Entwicklung aus den USA)

Die klassischen Optionsscheine existieren immer noch, die modernen Formen sind aber durch Trader leichter zu handhaben. Sie spielen auch im Eigenhandel von Hedgefonds und Banken eine enorme Rolle. Man schätzt im Jahr 2013, das rund 70 bis 80 Prozent des weltweiten Börsenhandels nicht über Aktienpakete, physische Rohstoffe, Rohstoff-Futures oder Währungslots abgewickelt werden, sondern über derivative Handelsinstrumente. Es gibt von ihnen noch mehr Sorten, beispielsweise die Credit Default Swaps (CDS), denen man eine große Mitwirkung an der Entstehung der amerikanischen Subprime-Krise im Jahr 2007 zuschreibt.


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